«Erfahrung aus Stadtparlament hilft bestimmt»

3 Fragen an unseren neuen Kantonsrat Nico Zila

Nico Zila aus Olten ist im August für den zurückgetretenen Daniel Cartier in den Kantonsrat nachgerutscht. Er nimmt Einsitz in der Gesundheits- und Sozialkommission. Nico ist 46 Jahre alt und arbeitet als Hauptschulleiter an der Kreisschule Untergäu. Politisch ist er auch in der Stadt Olten als Gemeindeparlamentarier und Fraktionschef der FDP Olten aktiv. Wir haben bei Nico nachgefragt, wie er in das Amt gestartet ist.

Nico, wie hast Du Deine erste Session als Kantonsrat erlebt?
Meine ersten Erfahrungen im Kantonsrat waren positiv. Zuerst wurde ich in der Fraktion sehr offen und herzlich empfangen und dann fand ich mich auch im Ratsbetrieb rasch zurecht – obwohl ich als «Newcomer» noch kein Votum hielt. Nun bin ich gespannt auf die Arbeit in der Sozial- und Gesundheitskommission. Letztlich ist alles eine Nummer grösser als in Olten, aber die Erfahrung aus dem Stadtparlament hilft mir bestimmt.

Für welche Themen möchtest Du Dich besonders einsetzen?
In meinen insgesamt 15 Jahren in der Oltner Legislative habe ich mich immer wieder in Situationen befunden, wo über «den Kanton» geschimpft wurde. Nun fühle ich mich in der Verantwortung, diese Erfahrungen im Kantonsrat einzubringen. Allerdings ist mir auch klar, dass es den Solothurner Gemeinden nur gut geht, wenn auch der Kanton stark dasteht. Deshalb möchte ich mich für eine transparente und faire Aufgabenteilung zwischen diesen beiden sehr wichtigen Staatsebenen einsetzen. Auf ihnen werden nämlich die politischen Themen entschieden, welche den Alltag von uns Solothurnerinnen und Solothurnern am unmittelbarsten prägen – nicht in Bundesbern. Inhaltlich geht es für mich dabei in erster Linie um finanzierbare Sozialleistungen, hinter denen weiterhin eine Mehrheit der Bevölkerung stehen kann, und um leistungsfähige Schulen, die mit der zunehmenden gesellschaftlichen Vielfalt gut umgehen können.

Warum braucht es einen starken Freisinn im Kantonsrat?
Die FDP steht für pragmatische, bürgernahe Lösungen, die sich unser Kanton auch leisten kann. Weder stehen wir für einen uneingeschränkten Ausbau des Sozialstaates noch verteufeln wir jede Investition in die kantonale Infrastruktur, wie dies andere Parteien oft lautstark tun. Nun geht es darum, unsere differenzierten Positionen noch besser «verkaufen» zu können. Persönliche Gespräche, wie sie in den letzten Tagen an der HESO oder der MIO möglich waren, sind dafür ein erster Schritt – der mir persönlich immer auch grosse Freude macht.

Interview von Adriana Marti-Gubler